Canal du Midi

Der Canal du Midi ist eine 240,129 km lange, 2,25 bis 2,50 m tiefe Wasserstraße als »Brückenglied« zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik mit 328 Bauten wie Brücken - so die Kanalbrücke über den Orb -, Schleusen - so die 7 Schleusenkaskaden von Fonserrannes -, Tunnel, Aquädukte; 49 Kanalführungen über Bäche und Flüsse.

Der Canal du Midi - schon die Römer träumten von einer Wasserstraße zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik. Mächtige und Macher von Karl dem Großen bis Franz dem Ersten scheiterten an der Verwirklichung dieser Idee, selbst Leonardo da Vinci tüftelte vergeblich daran. Erst Ende des 17. Jahrhunderts wurde er gebaut. Der Canal du Midi ist eine technische Meisterleistung eines Einzelnen, eines von der Idee Besessenen, von Pierre Paul Riquet. Er war königlicher Steuerbeamter und Hobbyingenieur. Er fand die Lösung, wie ein Kanal, der zwischen dem Mittelmeer und Toulouse 190 Höhenmeter überwinden muss, ständig mit Wasser versorgt werden kann. Er plante ein riesiges Staubecken am höchsten Kanalpunkt, in dem die Wasser der Montagne Noir gesammelt wurden. Ein genau berechnetes System von Zuflüssen garantiert, dass der Kanal immer schiffbar ist. Riquet legte auf seinen Wanderungen durch Südfrankreich den Verlauf des Kanals fest, konstruierte Kanalbrücken, um die Flussniederungen auf einer "Wasserbrücke" überfahren zu können, erfand Rundschleusen, die eine größere Manövrierfreiheit für die Boote gewähren, und er plante die Stadt Sete, den Mittelmeerhafen des Canal du Midi.
Riquet gelang es, den Finanzminister Ludwig des XIV. , Colbert, von seiner Idee zu überzeugen. Aber das königliche Geld reichte bei weitem nicht aus. Riquet investierte sein gesamtes privates Vermögen in die Verwirklichung des alten Traums vom Kanal zwischen den beiden Meeren.
Der Canal du Midi zwischen dem Mittelmeer und Toulouse führt durch Sete und die Lagunenseen an der Küste, vorbei an der griechischen Gründung Agde, an der Katharerstadt Beziers und an der mittelalterlichen Burg von Carcassonne. Der Canal du Midi verbindet die Weinanbaugebiete des Languedoc mit Toulouse, er führt über Brücken und durch Tunnel.

Weil er nur gut 100 Jahre für die Handelsschifffahrt benutzt wurde - danach war er für die dann größeren Schiffe zu flach und der Transport per Bahn günstiger - blieb dieses Meisterwerk in seiner ursprünglichen Form erhalten.
 

Seit 1996 ist der Canal du Midi als Weltkulturerbe von der UNESCO anerkannt.